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Covid-19-Rehabilitation in den Kliniken Valens

Hintergrund

Im Dezember 2019 wurde die Welt mit dem Ausbruch eines neuen Erregers konfrontiert.
Meldungen aus China berichteten über eine neue, bisher unbekannte Lungenerkrankung. Das Zentrum des Ausbruchs war die chinesische Millionenstadt Wuhan in der Provinz Hubei.

Die neuartige Krankheit wird durch ein Virus aus der Gruppe der Coronaviren verursacht, der Erreger ist das SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2), dementsprechend wurde die damit assoziierte Erkrankung Coronavirus-disease (COVID-19) genannt.

Ende Februar 2020 trat der erste Covid-19-Fall in der Schweiz (Tessin) auf. Ab Anfang März 2020 stiegen die Fallzahlen dann kontinuierlich bis 25. März an. An diesem Tag waren die meisten nachgewiesenen Neuerkrankungen mit 1278 Fällen pro 24 Stunden zu verzeichnen. Danach kam es dank den bundesrätlichen Massnahmen im Rahmen der ausserordentlichen Lage gemäss Epidemiengesetz bis zum Juni 2020 zu einem langsamen Rückgang der Erkrankungsfälle. Seit Juli steigen die Krankheitsfälle in der Schweiz nun wieder an.

Anfang April 2020 wurden erste Patientinnen und Patienten nach überstandener intensivmedizinischer  Behandlung wegen Covid-19 zur Rehabilitation der Rehabilitationsklinik Walenstadtberg der Kliniken Valens zugewiesen. Ab Mitte April 2020 wurden auch akut infizierte Patienten zur Entlastung der Akutspitäler auf eine Kohorten-Isolationsstation zur stationären Rehabilitation in Walenstadtberg aufgenommen.

Aktuelle Projekte:

Die Patientinnen und Patienten waren bei Klinikeintritt häufig in einem reduzierten Allgemeinzustand, kaum gehfähig und bei den meisten Aktivitäten auf die Gabe von Sauerstoff angewiesen. Viele Patienten, die von der Intensivstation nach längerer Intubation und künstlicher Beatmung in die Rehabilitation übertraten, zeigten ein delirantes Zustandsbild mit phobischen Anteilen.

Ziel der Studien ist die Beantwortung der folgenden beiden Forschungsfragen:

  1. Zeigen akut an SARS-CoV-2-erkrankte Personen einen anderen Rehabilitationsverlauf als Post-Covid-19-Betroffene im Vergleich zu gleichzeitig in Walenstadtberg behandelten «normalen» Rehabilitationspatienten?
  2. Welche Faktoren bei Eintritt sind prädiktiv für den Rehabilitationsverlauf?

 

Methode:

Case-Control-Study mit 3 Gruppen (SARS-CoV-2-positive Patientinnen und Patienten der Isolierstation, Post-Covid-19-Patienten, Kontrollgruppe gematcht für Geschlecht, Alter und Co-Morbidität (Patienten, die in der gleichen Zeit in Walenstadtberg weilten, ohne an Sars-CoV-erkrankt zu sein))

Verwendet werden klinische Daten aus den Krankengeschichten und aus den elektronischen Patientendossiers von ca. 130 Patientinnen und Patienten.

Als primärer Endpunkt gilt die Selbstständigkeit in den Alltagsaktivitäten, gemessen mit dem FIM.

Sekundäre Endpunkte sind die Gesundheitsbezogene Lebensqualität (EQ5D), die Mobilität (TUG) und die Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest. Alle diese Daten werden routinemässig bei Ein- und Austritt erhoben.

Potenzielle Prädiktoren für das Outcome nach der Rehabilitation sind die medizinischen Grunddaten wie Diagnose, Alter, Geschlecht, kardiovaskuläre Risikofaktoren, Multimorbidität und soziodemografische Daten (Wohnort, Ausbildung) sowie die Baseline-Messungen der Endpunkte.

Erste Resultate sind ab dem Spätherbst 2021 zu erwarten. Die vollständigen Analysen werden in Fachzeitschriften veröffentlicht werden.