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Was ist Morbus Parkinson?

Krankheit

Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Aufgrund von Eiweissablagerungen im Mittelhirn kann der Botenstoff Dopamin nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden, was zu vielfältigen motorischen und nicht-motorischen Symptomen führt. In der Schweiz leiden über 15.000 Menschen an Parkinson.

Häufige Symptome der Parkinson-Krankheit sind Zittern (Tremor), Muskelsteifigkeit (Rigor), Sturzneigung und eine leise, undeutliche Sprache. Im Frühstadium der Krankheit können Störungen des Geruchsinns, Schlafstörungen mit Bewegungen im Schlaf, Verstopfung, Schmerzen oder Veränderungen des emotionalen Befindens auftreten.

Entstehung

Parkinson entsteht durch Eiweissablagerungen («Lewy-Körperchen») im zentralen Nervensystem. Den Auslöser dafür kennt man bis heute nicht eindeutig, es gibt aber Anzeichen dafür, dass die Veränderungen im Darm beginnen und sich über das Rückenmark ins Gehirn vorarbeiten.

Die Krankheit beginnt schleichend und die Symptome können anfangs nicht immer eindeutig zugeordnet werden. Auch sind der Verlauf und der Fortschritt der Krankheit bei jeder und jedem Betroffenen anders. Dies wiederum bedeutet, dass die Therapie bei Parkinson individuell auf die Patientin oder den Patienten abgestimmt sein muss.

Behandlung

Regelmässige physiotherapeutische Massnahmen sind neben der richtigen Dosierung der Medikamente besonders wichtig, wie Prof. Dr. med. Veit Mylius, Leitender Arzt in der Klinik für Neurologie im Rehazentrum Valens, erklärt: «Am Anfang kann durch die Therapien und die Medikation oft die Arbeitsfähigkeit erhalten werden. Sie vermindern die Sturzgefahr und verbessern die Kraft und das Bewegungsausmass.

So ist mit der Diagnose Parkinson bei guter medikamentöser Einstellung und individueller Therapie und Rehabilitation oft ein gutes Weiterlebern möglich.»

Geschichte

Der Namensgeber der Krankheit ist James Parkinson. Er war 1817 der erste, der die Krankheit beschrieben hat. In seiner detaillierten Beschreibung in «An Essay on the shaking Palsy» berichtet er etwa von den ersten Symptomen, die wahrgenommen werden: «(…) ein leichtes Gefühl der Schwäche, mit einer Neigung zum Zittern in einem bestimmten Teil; manchmal im Kopf, aber am häufigsten in einer der Hände und Arme.»

Seine Beobachtungen haben eine rege wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Krankheitsbild angestossen.

«In den ‹Hör- und Sprechstunden› können sich unsere Patientinnen und Patienten über Symptome und Behandlungsmethoden informieren. Dies kann eigene Ressourcen mobilisieren, um die Parkinson-Erkrankung mit Mut und Tatkraft anzunehmen.»

 

Prof. Dr. Veit Mylius, Leitender Arzt Neurologie, Rehazentrum Valens.