loader image

Patient Reported Outcome Measures (PROMs)

Hintergrund

Patient Reported Outcome Measures (PROMs) sind Fragebögen, die Patientinnen und Patienten ausfüllen. Sie ermöglichen es ihnen, über ihre Symptome, ihre Lebensqualität und tägliche Funktionsweise wie auch andere Aspekte ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens zu berichten. Antworten auf PROM-Fragen helfen Akutspitälern und Rehabilitationskliniken, die Versorgung bereitzustellen, die Patienten benötigen und wünschen.

Wiederholte PROMs zeigen Veränderungen der von Patienten empfundenen Einschränkungen über die Zeit oder aufgrund einer Intervention auf. So können PROMs eine wichtige Lücke in unserem Wissen über Vorgehensweisen, die den grössten Nutzen für die Betroffenen mit sich bringen, schliessen. Seit einigen Jahren wird PROMs deshalb als patientenrelevanter Ergebnisparameter zur Evaluation von Therapiealternativen grosse Bedeutung zugemessen und sie werden immer häufiger verwendet.

Aktuelles Projekt: «Arbeitsbezogene Selbstwirksamkeit»

Das vorrangige Ziel bei Patientinnen und Patienten mit chronischen muskuloskelettalen Beschwerden ist die Rückkehr zur Arbeit. Die wahrgenommene Selbstwirksamkeit von Patienten ist ein wichtiger psychosozialer Faktor, die enger mit Arbeitsunfähigkeit verbunden ist als die effektive physische Leistungsfähigkeit. Die Empfehlung ist, die arbeitsbezogene Selbstwirksamkeit mit Fragebögen zu erfassen.

Obwohl Fragebögen für gewöhnlich viele Vorteile haben, gibt es auch Limitierungen. So hängt die Verwendung von Fragebögen von den Lese- und Schreibfähigkeiten der Befragten ab. Ein Weg, um diese Limitierungen zu umgehen, ist die Verwendung von Fragebögen mit Abbildungen. Dazu wurde 1984 vom amerikanischen Psychologen Leonard Matheson der Spinal Function Sort (SFS) zur Erfassung der arbeitsbezogenen Selbstwirksamkeit entwickelt.(1)

Dieser zeigte sich in einem europäischen Rehabilitationssetting als reliabel und valide.(2) Es wurde jedoch empfohlen, den SFS durch Fragen-Reduktion beziehungsweise Ergänzungen sowie durch Erneuerung der veralteten Abbildungen zu verbessern.(2,3)

In der Folge wurde der Modified Spinal Function Sort (M-SFS) entwickelt.(4)

Unbeantwortet blieb die Frage zur prognostischen Validität des M-SFS bezüglich Rückkehr zur Arbeit.(5) Das aktuelle Projekt untersucht diese in einer klinischen Multi Center Studie in der Schweiz und in Österreich.

 

Referenzen:

(1) Development of a measure of perceived functional ability. Matheson LN, Matheson ML, Grant J.J Occup Rehabil. 1993 Mar;3(1):15-30. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24243149/

(2) Perceived functional ability assessed with the spinal function sort: is it valid for European rehabilitation settings in patients with non-specific non-acute low back pain? Oesch P, Hilfiker R, Kool J, Bachmann S, Hagen Eur Spine J. 2010 Sep;19(9):1527-33 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20490874/

(3) Cross-cultural adaptation, reliability, internal consistency and validation of the Spinal Function Sort (SFS) for French- and German-speaking patients with back complaints. Borloz S, Trippolini MA, Ballabeni P, Luthi F, Deriaz O J Occup Rehabil . 2012 Sep;22(3):387-93. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22411541/

(4) Development of a Modified Version of the Spinal Function Sort (M-SFS): A Mixed Method Approach. Janssen S, Trippolini MA, Hilfiker R, Oesch P, J Occup Rehabil. 2016. PMID: 26499967 Free PMC article. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26499967/

(5) Measurement Properties of the Modified Spinal Function Sort (M-SFS): Is It Reliable and Valid in Workers with Chronic Musculoskeletal Pain? Trippolini MA, Janssen S, Hilfiker R, Oesch P, J Occup Rehabil. 2018. PMID: 28756479 Free PMC article. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28756479/

Forschungsteam & Finanzierung

 

Rehazentrum Valens:

Dr. phil. Peter Oesch, Daniel Riese MSc PT cand. PhD, Dr. phil. Jan Kool

Klinik Adelheid:

Thomas Frank PT

Rehaklinik Bellikon:

Trix Jansen, MSc PT

AUVA-Rehabilitationszentrum Weisser Hof:

Dr. med. Martin Schindl

 

Finanziert von den Kliniken Valens, der Klinik Adelheid, der Rehaklinik Bellikon und dem AUVA-Rehabilitationszentrum Weisser Hof