21. Valenser Frühlingssymposium zum Thema «Fatigue»

Fatigue ist ein medizinischer Begriff für Müdigkeit oder Erschöpfung, die häufig unabhängig von körperlichen Belastungen auftritt und meist auch nicht mit dem Ausmass der Belastungen zusammenhängt. Chronische Müdigkeit ist für viele Menschen ein Thema, insbesondere bei Personen mit chronischen Erkrankungen wie neurologische Leiden, rheumatologische Erkrankungen oder Krebs. Die Ursachen der Fatigue sind vielfältig. Genau diesem Thema widmete sich das traditionelle Frühlingssymposium in Valens, das kürzlich bereits zum 21. Mal stattfand.

Prof. Dr. Stefan Bachmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Rheumatologie am Rehazentrum Valens ist der Mann hinter dem alljährlich stattfindenden Frühlingssymposium, das sich dieses Jahr dem Thema Fatigue widmete und rund 120 Fachleute aus Medizin, Therapien und Pflege ansprach. «Wir wissen, dass die Fatigue, d.h., die ständige Müdigkeit oder Erschöpfung, häufiges Begleitsymptom zu der eigentlichen Grunderkrankung unserer Patienten ist und diese in ihrem Alltag wesentlich einschränkt», so Prof. Bachmann. Häufig teilen sich Patienten mit Grunderkrankungen wie etwa Multiple Sklerose, Hirnschlag, Polyarthritis, Weichteilrheuma oder Krebs eben genau dieses Schicksal.

Das Symposium hat den Anspruch erfüllt, aus interdisziplinärer Sicht das Thema aufzugreifen. So beleuchteten Ärzte aus den Fächern Rheumatologie, Neurologie und Onkologie den Stellenwert der Fatigue aus ihrer Sicht. Grundtenor war, dass die chronische Müdigkeit für die betroffenen Personen häufig viel einschränkender ist, als die Grundkrankheit selber. Die chronische Müdigkeit führt neben den Einschränkungen im Alltag auch dazu, dass sich die Personen meist aus dem sozialen Leben zurückziehen, eben weil sie wegen der bleiernen Müdigkeit einfach „nicht mehr mögen und können“. Da man die Müdigkeit nicht sieht, fühlen sie sich vom Umfeld, aber auch von den behandelnden Ärzten auch nicht recht mit ihren Sorgen und Problemen verstanden, so die Experten. Weitere Fachspezialisten aus Sportmedizin, Schlafmedizin, Therapien und Psychosomatik vermittelten im Rahmen von zusätzlichen Referaten und Workshops Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wichtig ist in der Abklärung der Fatigue, dass sorgfältig nach behandelbaren Begleiterkrankungen oder müde-machenden Medikamenten gesucht wird. Insbesondere eine Blutarmut kann oft bei chronischen Grundkrankheiten gefunden werden. Therapeutisch ist vor allem ein sorgsamer Umgang mit den eigenen Ressourcen sehr empfehlenswert. Die Tage sollten gut eingeteilt und geplant werden. Ein ganz wichtiger und relevanter Faktor, der nachweislich einer chronischen Müdigkeit entgegenwirkt, wird von Prof. Bachmann betont: «Sport und Bewegung sind ein wichtiger Schlüssel und helfen nachweisbar bei chronischer Fatigue, unabhängig von der Grunderkrankung. Sportliche Aktivitäten sind auch hilfreich, depressiven Symptomen entgegen zu wirken, die häufig als Folge der chronischen Müdigkeit auftreten.»

Gruppenbild: Interne und externe Fachexperten sorgten für neue Erkenntnisse zum Thema Müdigkeit beim 21. Valenser Frühlingssymposium.