Logopädie
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Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen

Das Aufgabengebiet des Logopädie-Teams umfasst die Abklärung und Behandlung von erworbenen zentralen Sprach- und Sprechstörungen sowie von Stimm- und neurologischen und onkologischen Schluckstörungen. Unser Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität durch eine verbesserte Teilhabe der Patienten in ihrem Alltag. Die Optimierung sprachlich-kommunikativer Fähigkeiten, das Erarbeiten nonverbaler Ausdrucksmöglichkeiten und/oder die Verbesserung der Schluckfunktionen sind mögliche Inhalte der Therapie.

Zum Aufgabengebiet gehören auch die Beratung und Begleitung von Angehörigen, um eine bestmögliche Kommunikation zwischen dem Patienten und seinen Bezugspersonen im Alltag zu ermöglichen. Nach dem stationären Rehabilitationsaufenthalt organisieren unsere Logopädinnen die weiterführende Behandlung am Wohnort des Patienten.

Patientenbezogene Fragen und logopädische Fachthemen werden in einer Intervisionsgruppe mit frei praktizierenden Fachkolleginnen und Logopädinnen anderer Institutionen besprochen.

Unsere logopädische Abteilung bietet auch Praktikumsstellen für Studierende aus verschiedenen Ausbildungsstätten in der Schweiz und im Ausland an.

 

Aufgabenschwerpunkte der Logopädie

Aphasien (Sprachstörungen)

Aphasien sind erworbene Sprachstörungen, die als Folge einer Schädigung des Gehirns, z.B. nach Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Hirntumor, degenerative Erkrankungen oder Entzündungen des Gehirns auftreten. Bei Aphasien ist immer das gesamte Sprachsystem betroffen. Je nach Ausmass und Schwere der Erkrankung können die Patienten Probleme beim Verstehen von gesprochener und / oder geschriebener Sprache und Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben.

Behandlung:
Die Therapie ist individuell auf den einzelnen Patienten und sein spezifisches Störungsbild ausgerichtet. Dabei werden einerseits die gestörten Sprachfunktionen behandelt, andrerseits aber auch Kompensationsstrategien vermittelt, um dem Patienten die Kommunikation im Alltag zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Ausgehend von einer Abklärung aller sprachlichen Funktionen, findet die Therapie überwiegend als Einzelbehandlung statt. 

Alltagsorientierte Therapie (AOT):
In der alltagsorientierten Therapie (AOT) wird der Schritt zurück in den Alltag vorbereitet. Diese Therapieform ermöglicht dem Aphasiker, in Begleitung der Therapeuten die in der Logopädie erarbeiteten Kommunikationsstrategien in einer realen Situation zu erproben und zu festigen.

 

Dysarthrien (Sprechstörungen)

Patienten mit einer Dysarthrie können infolge einer zentralen oder peripheren Schädigung des Nervensystems Sprechbewegungen nicht mehr richtig steuern und ausführen. Bei einer Sprechstörung können Atmung (Respiration), Stimmgebung (Phonation), Melodie und Rhythmus (Prosodie), Resonanz und Lauterzeugung (Artikulation) betroffen sein. Daher ist die mündliche Kommunikation bei dysarthrischen Patienten durch eine Veränderung der Lautstärke, des Sprechrhythmus sowie durch eine Veränderung der Stimme und eine undeutliche Artikulation eingeschränkt.

Behandlung:
Nach eingehender Diagnostik ist das Ziel der logopädischen Therapie, die gestörten Funktionen zu verbessern oder die Koordination dieser Funktionen zu optimieren, um ein möglichst unauffälliges und gut verstehbares Sprechen zu erreichen. Ist die lautsprachliche Mitteilungsfähigkeit des Patienten sehr stark eingeschränkt oder gar aufgehoben, muss der Einsatz von alternativen Kommunikationshilfsmitteln erwogen werden. Es kann sich dabei um eine einfache Buchstabentafel oder um ein elektronisches Gerät mit Display und synthetischer Sprachausgabe handeln.

 

Dysphonien (Stimmstörungen)

Die Hauptmerkmale von Stimmstörungen sind ein veränderter Stimmklang und eine reduzierte stimmliche Leistungsfähigkeit. Stimmstörungen können körperliche Ursachen haben oder durch einen fehlerhaften Gebrauch der Stimme entstehen. Auch seelische Belastungen können die Stimmfunktion beeinflussen.

Behandlung:
Eine Untersuchung der Stimmfunktion durch einen HNO-Arzt und gegebenenfalls durch einen Stimmspezialisten (Phoniater) ist notwendig, um die Ursache der Stimmstörung zu klären und die geeigneten Therapiemassnahmen festzulegen. Nicht alle Stimmstörungen müssen logopädisch behandelt werden. In der logopädischen Therapie arbeiten wir mit verschiedenen Methoden an Körperspannung, Haltung, Atmung, Stimmgebung und an der Lautbildung, um den Stimmklang zu normalisieren und die Belastbarkeit der Stimme zu erhöhen.

 

Dysphagien (Schluckstörungen)

Die Disphagie ist eine Störung des Schluckaktes beim Trinken, bei der Aufnahme fester Speisen oder beim Schlucken des eigenen Speichels.

Behandlung:
Die am Schlucken beteiligten Vorgänge werden zunächst von Logopädinnen untersucht. Bei Bedarf erfolgt eine zusätzliche endoskopische Schluckuntersuchung durch einen erfahrenen Facharzt. Ziel der Behandlung ist, die Patienten zu befähigen, sich teilweise - im günstigsten Fall auch vollständig - wieder auf normalem Wege ernähren zu können, um so ein Stück Lebensqualität und Selbständigkeit zurück zu gewinnen. Manche Patienten benötigen bestimmte Kostformen, individuell angepasste Hilfsmittel oder müssen eine spezielle Schlucktechnik anwenden, die mit ihnen in der Therapie erarbeitet wird. 

Trachealkanülenmanagement

Bei stark ausgeprägten Schluckstörungen oder Problemen mit der Atmung ist es teilweise nötig, den Patienten mit einer Trachealkanüle zu versorgen. Dabei handelt es sich um ein "Röhrchen", welches über einen Luftröhrenschnitt in die Luftröhre eingeführt wird. Dies erleichtert die Atmung und bietet einen gewissen Schutz vor dem Verschlucken, d.h. dem Eindringen von Nahrung, Flüssigkeit und / oder Speichel in die unteren Luftwege. Ziel der logopädischen Therapie ist die Verbesserung der Schluck- und Atemfunktionen. Auch hier steht die Verbesserung der Lebensqualität im Fokus der Therapie. In den meisten Fällen können Trachealkanülen im Verlauf der Rehabilitationsbehandlung wieder entfernt werden.